Der Ehrenvorsitzende Manfred Rettkowski

Der Ehrenvorsitzende des Bürgerschützenvereins Waltrop, Manfred Rettkowski, leitete die Geschicke des Schützenvereins als erster Vorsitzender von 1993 bis 2014. In den 21 Jahren seiner Amtszeit hat er maßgeblich dazu beigetragen, das Image des Schützenvereins nicht nur in Waltrop, sondern im gesamten Kreisgebiet, in NRW und im Bundesgebiet durch tolle soziale Aktionen zu verbessern – davon zeugen viele Auszeichnungen und Ehrungen. Besonders hervorzuheben ist dabei natürlich die Wahl zum „Schützenverein des Jahres 2011“ durch den Deutschen Schützenbund, der sich besonders vom großen sozialen Engagement des BSV Waltrop beeindruckt zeigte.

Als Dank und Anerkennung für seine außergewöhnlichen Leistungen rund um den Schützenverein wurde Manfred Rettkowski bei seiner letzten Jahreshauptversammlung als Vorsitzender von den versammelten Schützen auf Vorschlag des Vorstands zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit ernannt. Die offizielle Übergabe der Ehrenurkunde wurde dabei von nicht enden wollenden Standing Ovations der Schützen begleitet. Darüber hinaus erhielt Manfred Rettkowski die höchste Auszeichnung des Westfälischen Schützenbundes – die Kölner Medaille – überreicht durch die stellvertretende Vorsitzende des WSB, Regina Vongehr.

Besonderer Höhepunkt war für Manfred Rettkowski aber die Verabschiedung mit dem „Großen Zapfenstreich“ durch das gesamte Bataillon vor seinem Haus am 28. Mai 2014. Dieses Geschenk des Schützenvereins hatte den Nerv des Ehrenvorsitzenden getroffen, und er musste sich bei seiner Dankesrede eine kleine Träne verkneifen.

In einer sehr persönlichen Rede bedankte sich Rettkowski bei allen Schützenbrüdern für die Zusammenarbeit der letzten 21 Jahre. „Ein großer Teil meines Lebens, gut die Hälfte, wurde vom Bürgerschützenverein Waltrop geprägt. Den Verein, den ich nie vergessen werde und nicht missen möchte. Der Verein wird immer eine Herzensangelegenheit für mich bleiben. Natürlich ist es auch nicht immer leicht, so einem großen Verein mit fünf eigenständigen Kompanien vorzustehen und ihn zu leiten. Ihr alle habt mich dabei jedoch immer unterstützt und eure Hilfe angeboten.“ Auch seine Zeit als Schützenkönig von 2010-2012 wird ihm für immer im Gedächtnis bleiben: „Gemeinsam mit meiner bezaubernden Königin Ulrike Geldmann war das ein wunderschönes Erlebnis!“

Manfred Rettkowski als Vorsitzender 1993-2014

„Die Tradition soll weiterhin im Mittelpunkt des Vereins stehen – aber was bleibt davon übrig, wenn sie keine Zukunft hat?“ – Das war die Denkrichtung, die Manfred Rettkowski dem Verein bei seiner Wahl zum ersten Vorsitzenden im Jahr 1993 vorgab und dem Bataillon als sein „Arbeitsprogramm“ vorstellte. Und genau diesen Gedanken hat Manfred Rettkowski in den 21 Jahren seiner Amtszeit als erster Vorsitzender in den Mittelpunkt seiner Vorstandsarbeit gestellt. Den Schützenverein für junge Leute attraktiver machen und das soziale Wirken der Schützen im Gemeinwesen zu intensivieren und stärker herauszustellen, das hatte sich Rettkowski auf die Fahnen geschrieben. Er hat sich in seinen Jahren als Vorsitzender dabei nicht als Repräsentant, sondern in erster Linie als Manager, Organisator, Finanzbeschaffer, Reiseleiter und anpackender Arbeiter gesehen. „Durch soziales Engagement an Akzeptanz gewinnen“ – dieses Leitwort war bereits zu Beginn seiner Amtszeit der Hauptantrieb Rettkowskis und wesentlicher Bestandteil seiner Vorstandsarbeit.

Schon bei seinem ersten Schützenfest 1993 hatte er die Idee zu einem Wettbewerb: „Wie viele Zentimeter messen die Füße vom König, Vorsitzenden und den fünf Hauptleuten zusammen?“ Manfred organisierte dazu Preise im Wert von rund 6.000 DM. 1994 führte der BSV ein Stadtschützenfest durch, bei dem nur Frauen auf den Vogel schießen durften. Alle teilnehmenden Vereine spendeten 1.700 DM an die Schule Oberwiese und 1.200 DM an den Waltroper Heimatverein. 1995 unterstützte der Verein die Aktion „Menschen helfen Menschen in Indien“ – jeder Schütze spendete 1 Mark, so lautete der Aufruf des Vorsitzenden. 2.007 DM kamen zusammen und konnten an Herrn Petersmann übergeben werden. 1999 wurde das Ehrenmal von den Schützen erreicht. 35. 000 DM wurden investiert – 20.000 DM übernahm der BSV Waltrop. Und auch in den nachfolgenden Jahren brachte der BSV großherzige Spenden auf, unter anderem an die Lebenshilfe Waltrop, krebskranke Kinder oder Waltroper Kindergärten.

Die wohl größte Herausforderung an Phantasie, Organisationsgeschick, Durchhaltevermögen, Überzeugungsfähigkeit, Motivationskunst und Zielstrebigkeit waren für Manfred Rettkowski ohne Frage die Feierlichkeiten anlässlich des 450jährigen Bestehen des Bürgerschützenvereins in Waltrop im Jahr 2000. Diese über das ganze Jahr laufenden Feierlichkeiten waren eines der größten Ereignisse im gesellschaftlichen Leben Waltrops. Seit dem Schützenfest 2002 laden die Schützen darüber hinaus zu allen Frühkonzerten die Altenheim- und Lebenshilfe-Bewohner ein. Ca. 120 Personen werden bei den Schützenfesten von den Schützen betreut und bewirtet. Rettkowski hatte als Vorsitzender außerdem maßgeblichen Anteil an zahlreichen musikalischen Highlights in Waltrop. So gelang es ihm unter anderem, 2011 und 2002 die Kölner Band „Bläck Fööss“ sowie 2004 die „Höhner“ nach Waltrop in die ausverkaufte Stadthalle zu locken.

Zu guter Letzt hat Manfred Rettkowski in seiner Amtszeit auch den „Schützenlotsen“ ins Leben gerufen. Die teilnehmenden Schützen dieser Initiative stehen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Waltrop informierend, helfend, vermittelnd und wegbegleitend als Ansprechpartner bei allen behördlichen und vielen weiteren Fragen zur Seite.

Für seine zahlreichen Verdienste erhielt Manfred Rettkowski im Jahr 2000 vom WSB das Ehrenzeichen in Silber, 2001 wurde er zum Major befördert und im Jahr 2009 folgte die Ernennung zum Oberstleutnant. In einer Laudatio zur Ernennung zum Ehrenvorsitzenden fasste General Georg Bertling folgerichtig zusammen: „Lieber Manfred, deine Verdienste und Leistungen kann ich hier gar nicht alle aufführen. Durch dein Wirken hast du das Erscheinungsbild des BSV Waltrop maßgebend geformt. Es ist im Wesentlichen auf deine Tätigkeiten zurückzuführen, dass wir in Waltrop anerkannt und als kompetenter Gesprächspartner wahrgenommen werden. Du hast zu Recht den höchsten Orden des WSB erhalten, die Kölner Medaille am grünen Band.“                                                                  

Matthias Lueg